1. Regionalkonferenz "Zwischen Rhein und Wupper"

1. Regionalkonferenz „Zwischen Rhein und Wupper: zusammen – wachsen“. Planung trifft Politik

Mehr als 130 Vertreter aus der Politik und Stadtplanung widmeten sich am Freitag, den 13. Oktober im Lokschuppen in Erkrath einem neuen Kooperationsraum und seinen Projektskizzen, die gemeinsam entwickelt wurden: von 18 Kommunen zwischen Rhein und Wupper und dem Kreis Mettmann – eine Kooperation über die Stadtgrenzen hinaus. Denn nur gemeinsam können sie einem Ziel näher kommen: Stadt und Umland mit den Angeboten für Arbeit, Lebenswelten, Freizeit, Mobilität, Infrastruktur aufeinander abgestimmt zu entwickeln.

Was dabei herauskommen soll: Mehr Lebensqualität und eine Stunde pro Tag mehr Zeit für jeden. Teures Wohnen in der Stadt, günstiges Leben auf dem Land mit unzureichender infrastruktureller Versorgung und dazwischen zeitfressende ökologisch bedenkliche Pendlerströme – dem soll entgegengewirkt werden.

Schon jetzt ist eine dynamische Zusammenarbeit entstanden: „Die Arbeit in diesem noch jungen Kooperationsverbund ist schon sehr vertrauensvoll. Alle gehen aktiv aufeinander zu, um gemeinsam  den Herausforderungen von Stadt und Umland zu begegnen“, so Annette Nothnagel von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (BSW). Diese moderiert und koordiniert den Prozess zur Entwicklung des Zukunftskonzepts.

Denn für viele Projekte geht es nur gemeinsam: „Wir können stolz darauf sein, in so kurzer Zeit uns in einer neuen Region gefunden und ein hervorragendes Konzept abgegeben zu haben“, so Solingens Oberbürgermeister Tim O. Kurzbach. Es sei erklärtes Ziel der Landesregierung, diese regionale, interkommunale Zusammenarbeit zu unterstützen, betonte  Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Die gemeinsamen Konzepte und die gemeinsam entwickelte Strategie sind positiv für Förderentscheide. 

Mit der 1. Regionalkonferenz wurden die Ergebnisse der seit knapp einem Jahr stattfindenden gemeinsamen Arbeit der Planer in den Städten zwischen Rhein und Wupper sowie im Kreis Mettmann vorgestellt - aus dem Zukunftskonzept sind drei Pilotprojekt-Skizzen entstanden:

  1. Ein Rheinisch-Bergisches Radwegenetz soll geplant werden, ein Langstreckennetz als Ergänzung zum ÖPNV: neue Strecken, schnelle Strecken, Ausbau des Netzes, so dass man auch problemlos durch die hügelige Landschaft radeln kann, am besten zur nächsten Bushaltestelle oder zum Beispiel zur Arbeit.
  2. Eine Städtebahnstudie soll erstellt werden: Siedlungsräume/ Städte sollen besser vernetzt werden, besonders Bus, Bahn, Schiene, Rad, Auto sollen zusammen betrachtet und intelligent miteinander vernetzt werden. Vor allen Dingen: Diese Versorgungsinfrastruktur soll über kommunale Grenzen hinweg gemeinsam organisiert werden.
  3. Erstellung von Skizzen für optimale Quartiere, von sogenannten Work-Life-Balance-Quartieren: Gemeinsam soll geschaut werden, in welchen Lebensabschnitten Menschen welche Ansprüche haben: an Infrastruktur, Arbeitsplatz, Schulen, Freizeit usw.. Wie kann man also weniger Verkehr und mehr „Nähe“ erzeugen? Welche Kriterien muss ein Quartier erfüllen, damit man dort „ganzheitlich“ leben kann? Erstellt wird ein Katalog von möglichen Maßnahmen, die dann in die konkrete Planung einfließen sollen.

Wichtig für die Zukunft ist die Verstetigung der weiteren Zusammenarbeit. Denn das Ganze ist ein Prozess über viele Jahre. „Für den Prozess wie auch für die Projekte wollen wir Geld beim Land NRW einwerben. Gespräche zu einer möglichen Förderung werden wir demnächst mit dem Land aufnehmen“, so Oberbürgermeister Kurzbach.

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