Analyse der Herausforderungen

Diese wurden live vorgestellt und dokumentiert. Die Ergebnisse wurden den drei Handlungsfeldern zugeordnet und als Zeichnungen ausgearbeitet. Die so entstandenen Thesen betreffen meist große Teile des Kooperationsraumes und spannten das zu untersuchende Feld für die weiteren Workshops auf:

Wohnen

  • Topographie
    In vielen Gemeinden wird eine den derzeitigen Ansprüchen genügende Neuausweisung von Gewerbe- und in geringerem Maße auch von Wohnbauflächen durch die gegebene Topographie stark erschwert. Man erkennt schnell die bisherigen Entwicklungen und Probleme bei der Infrastrukturvernetzung.
  • Innenentwicklung
    Eine potenzielle Innenentwicklung im Kooperationsraum gestaltet sich vielerorts schwierig: wegen Vorbehalte in der Bevölkerung, den Nachbarschaften, einer lückenhaften Übersicht über bestehende Flächenpotenziale und einer fehlenden Investitionsbereitschaft bei vielen privaten Eigentümern. Dies erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt, sodass – insbesondere bei mangelndem sozialen Wohnungsbau – weitreichende Verdrängungsmechanismen über kommunale Grenzen hinweg ausgelöst werden.
  • Mangel an Qualitativen Wohnraum
    Einige Städte haben zwar verfügbaren Wohnraum in Leerstand, dieser ist jedoch häufig aufgrund der Lage, Typologie und Qualität/Instandhaltung nur schwer zu entwickeln und zu vermarkten.
  • Daseinsfürsorge
    Siedlungskerne mit weniger als 15.000 Einwohnern stehen vor der Herausforderung, auch in Zukunft alle Elemente der Daseinsfürsorge aufrechtzuerhalten oder weiterzuentwickeln. Viele dieser Elemente benötigen eine kritische Masse an Bevölkerung und Umsatz. Kleine Siedlungskerne drohen dadurch, sich zu reinen „Schlafkernen” (zurück-)zuentwickeln.
  • Unsichere Bevölkerungsentwicklungsprognosen
    Entgegen vieler Prognosen verzeichnet der Kooperationsraum in den letzten Jahren eine deutliche Bevölkerungszunahme. Die Auswirkungen auf einzelne Siedlungskörper sind aber noch schwer abzuschätzen. Der Einfluss verschiedener Wachstumsfaktoren und deren Wechselwirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht.

Mobilität

  • Verkehrsachsen / ÖPNV
    Die derzeitige Struktur des hochwertigen schienengebundenen ÖPNV charakterisiert wird durch ein Ungleichgewicht charakterisiert: Die Rheinschiene sowie einige Ost-West-Verbindungen sind gut ausgebaut. In Nord-Süd-Richtung im Bergischen mangelt es jedoch oft, auch aufgrund der Topographie, an einem qualitativen ÖPNV.
  • Zugang SPNV
    Viele kleinere Siedlungskerne und ganze Landstriche sind nicht in das regionale ÖPNV-Schienennetz eingebunden.
  • Fragmentiertes Fahrradnetz
    Die Entwicklung eines robusten und hochwertigen Fahrradnetzwerks wird vorangetrieben. Jedoch werden die neuen „Premiumrouten“ überwiegend als Freizeitrouten vermarktet. Um die Entwicklung vom Freizeitmittel zum Verkehrsmittel zu fördern, fehlen bislang ein flächendeckend durchgängiger Ausbau und die Einflechtung in dicht bevölkerte Siedlungsgebiete.

Freizeit und Erholung

  • Naturschutz und Naherholung
    Die Qualitäten der Landschaft und der Ausflugsziele werden in der Region sehr geschätzt. Viele Grünflächen unterliegen jedoch dem Naturschutz, sodass ein Ausbau zur stärkeren Freizeitnutzung nur unter Auflagen erfolgen kann. In stark verdichteten Städten führen zudem hohe Nutzungsfrequenzen zu Druckeffekten auf die Grünflächen.

  • Erreichbarkeit der Freiräume
    Die Topographie erschwert vielerorts die Erschließung der für Freizeit und Erholung geeigneten Landschaftsräume, insbesondere für die vorhandenen Wasserflächen und Flusstäler. Sie sind meist nur per Auto zugänglich.

  • Interkommunale Betrachtung der Freiräume
    Es fehlt eine interkommunale Vernetzungsstruktur der Freiräume und Grünflächen. Hintergrund sind eine fehlende Gesamtbetrachtung bei Projekten zur Grünen Infrastruktur und der Mangel an regionalen Konzepten, Kommunikation und Zielsetzungen.

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