Workshop 3 - Diagnose

Der Tag startete mit einem Impulsvortrag von Matthias Böttger vom Büro raumtaktik: Er regte an, strategisches und zukunftsfestes Planen, statt "Alles wird mehr oder weniger wie es bereits ist", zu fördern. Denn eine Betrachtung differenzierter, wahrscheinlicher und auch unwahrscheinlicher Szenarien würde eine flexiblere und stabilere Ausrichtung der Stadtplanung ermöglichen.

Mit diesem Input gewappnet verteilten sich die Verbundpartner in Gruppen an drei Tische mit Schnittstellen-Karten, die aus den Erkenntnissen des zweiten Workshops herausgearbeit wurden. Gemeinsam wurden so regionale Qualitäten, Flächenpotenziale, Mobilitätskonzepte und Grünraumverknüpfungen diskutiert und verortet.

Die Ergebnisse zusammengefasst:

  1. Wohnen + Mobilität
    - Erkennbar ist eine auf Düsseldorf ausgerichtete "Finger-Struktur" von SPNV- und Wohnen-Konzentration. Diese könnte ausgebaut und qualifiziert werden.
    - Dieser zentrische Düsseldorf-Fokus bestimmt den aktuellen Stand und die Diskussion. Alternative Entwicklungskonzepte sind aber auch denkbar und könnten differenzierte Qualitäten der Gemeinden und Standorte herausarbeiten.
    - Eine deutliche, wenn auch unscharfe Grenze teilt die Region in einen Druckraum (mit/nahe Düsseldorf; höchste Konzentration und Dichte auf allen Ebenen) und einen Entspannungsraum (Gebiete mit anderer Ausrichtung und Qualitäten bei Wohnen, z. B. "in der Landschaft", "im/nahe Grün", "familienfreundlich" etc.)
  2. Mobilität + Freizeit&Erholung
    - Man erkennt deutliche Unterschiede im Nord-Süd-Korridor entlang des Rheins (gut ausgebaut, erschlossen, attraktiv, gut genutzt) und den Ost-West-Fingern ins Bergische (ungenügend ausgebaut und vermarktet, hoch attraktiv aber mit ÖPNV nicht befriedigend erschlossen)
    - Besonderer Fokus auf den Fahrradverkehr für Alltag und Freizeit. Bereits viel geschehen, aber auch noch sehr ausbaufähig und könnte die Attraktivität der Region langfristig enorm steigern.
    - Eine bessere Verzahnung des ÖPVN (inkl. Busverkehr) plus IV (z. B. P+R, multimodale Knoten) in alle Richtungen ist erforderlich.
  3. Freizeit&Erholung + Wohnen
    - Die Rheinschiene bietet hohe Qualitäten zur Freizeitnutzung an Wasser, ehem. Auskiesungen und Grünräumen, ist jedoch bei Wohnraumflächen bereits gut ausgelastet. -> Qualifizierung und evtl. Nachverdichtung.
    - Im Bergischen bieten Talsperren, Neander- und Wupper-Tal und generell auch das Thema "Wohnen + Freizeit am Wasser" enormes Ausarbeitungspotenzial.
    - Viele Potenzialflächen für verschiedene Szenarien konnten bereits identifiziert werden (jedoch mit ähnlichen Problemen wie vgl. Tisch 1).

 

Die verwendeten Analysekarten sowie die Auswertung des Workshop finden Sie rechts bei "ähnliche Artikel"!

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