Workshop 4 - Betrachtungsweisen

Der Impulsvortrag von Daan Zandbelt, aus dem Rotterdamer Büro von DeZwarteHond, thematisierte das Formulieren von Perspektiven als Diskussions- und Analysemittel; "Eine Perspektive ist wie ein "Punkt am Horizont" beim Segeln: Kein fix angepeiltes Ziel, sondern eine Hilfestellung um den Kurs fortwährend korrigieren zu können. Der Weg ist das Ziel!"
Am Beispiel einer Stadtentwicklung in Amsterdam erläuterte Herr Zandbelt die Szenarien als das unvorhersehbare "Wetter", und die Perspektiven als passende "Jacken", welche es zu entwickelt gelte. Denn "das Zeichnen ist ein gutes Hilfsmittel um politische Diskussion zu ermöglichen".

Im Folgenden wurden die beiden Experten, Michael Falk von der Bergischen Universität und Klaus Lang vom ADFC Wuppertal/Solingen, vorgestellt und diskutierten kurz ihre Reaktionen zum Impulsvortrag. Intensiv ging es dabei um die Herausforderungen und Möglichkeiten der Mobilität der Zukunft: "Erreichbarkeit ist kein Ziel, sondern ein notwendiges Mittel zum Zweck" (Lang), um nachhaltige Stadtentwicklung überhaupt zu ermöglichen.

 

In zwei Gruppen machten sich daraufhin die Verbundpartner, gemeinsam mit den externen Experten, an die Arbeit, die Betrachtungsweisen und Szenarien in unterschiedlichen Kombinationen auf ihre Auswirkungen und Handlungsanweisungen für die Region zu untersuchen. Dabei sollte noch keine Wertung nach Gefälligkeit oder Wahrscheinlichkeit getroffen werden, sondern rein die Konsequenzen und Resilienz der unterschiedlichen Szenarien verstanden werden.

 

BETRACHTUNGSWEISEN

  • A – Offene Hand
    Es entwickeln sich Bandstädte entlang der Hauptverkehrsachsen des SPNV. Die Mobilitätsachse entlang der Rheinschiene wird gestärkt, daneben konzentriert sich die Erschließung in Ost-West-Korridoren.
     
  • B – Band und Ring
    Die Rheinschiene und das Bergische Städtedreieck agglomerieren zu zwei Metropolen – der Bandstadt und der Ringstadt.

  • C – Die Netzstadt
    Der Kooperationsraum versteht sich als Netzwerk mit drei regionalen Zentren. Innerhalb dieses Netzes werden urbane Kernzonen um die SPNV-Knotenpunkte verdichtet.

  • D – Schöner Wohnen
    Nachhaltige Mobilitätsformen und eine kleinteilig regionalisierte Lebens- und Arbeitsweise verändern den Alltag der Bevölkerung. Nicht mehr die Anbindung steht im Vordergrund, sondern die besonderen Qualitäten des jeweiligen Wohnortes.

  • E – Alles kann
    Die bestehenden Siedlungen entwickeln sich weitestgehend unabhängig voneinander. Jede Stadt bleibt als autarkes Gebilde mit der Identität ihrer traditionellen Stadtkerne bestehen.



SZENARIEN

Um die Flexibilität und Resilienz der jeweiligen räumlichen Betrachtungsweise auf gesellschaftliche Veränderungen und zukünftige Entwicklungen prüfen zu können, werden vier Szenarien untersucht. Diese beschreiben vier denkbare zukünftige Entwicklungen, die das Leben auf der Erde, in der Region, in jeder Stadt und dementsprechend die räumliche Ausbildung beeinflussen würden. Anhand jeweils zwei konträrer Positionen können so das Reaktionsvermögen und die Eignung der einzelnen Betrachtungsweisen geprüft werden.

  • Engergieknappheit  <>  Energieüberfluss
     
  • Bevölkerungsschrumpfung  <>  Bevölkerungswachstum
     
  • Dezentralisierung <>  Globalisierung

  • Klimaziehl +2° verfehlt  <>  eingehalten

 
Die ausführliche Ausarbeitung, Analyse und Grafiken finden Sie in der Dokumentation des Wettbewerbsbeitrages!
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