Willkommen und Einleitung

Ein Fazit vorab

  • Die vorliegende Arbeit wurde vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen als Konzept mit besonderem Vorbildcharakter für NRW ausgezeichnet! 
  • Es ist ein neuer Kooperationsraum entstanden, in dem mittlerweile alle Gebietskörperschaften zwischen Rhein und Wupper angehören und sich alle Kooperationspartner intensiv einbringen.
  • Mit einer modellhaften Vorgehensweise ist eine räumlich und thematisch integrale Betrachtung gelungen. Erste Entwicklungsperspektiven und Projektvorschläge liegen vor, die dieser neuen Denk- und Planungsweise entsprechen.
  • Die fachlichen Grundlagen werden im Laufe 2017 politisch beraten und konkretisiert werden.
  • Ein Modell für die langfristige Weiterführung der Zusammenarbeit liegt vor, die nächsten Schritte sind definiert und organisatorisch-finanziell abgesichert.
  • Die weitere planerische Konkretisierung richtet sich an einer gemeinsamen Erzählung aus. Die integrale Entwicklung von Wohnen, Freizeit und Mobilität rückt die Pole des Alltagslebens gefühlt näher zusammen. Die „Region der kurzen Wege“ schenkt den Menschen, die hier leben, eine Stunde Lebensqualität extra – jeden Tag.


WO sind wir gestartet?

Der Rhein und die Wupper prägen, zusammen mit ihren zahlreichen Zuflüssen, die naturräumliche Gestalt und das Leben der Menschen der Region. Als Identifikationsmerkmale, als Industriemotor, als Lebensader.
Heute wächst die Region zusammen. Menschen wohnen, arbeiten, lernen und leben in und zwischen verschiedenen Städten. Interkommunale Verflechtungen und regionale Verbundenheit prägen das Alltagsleben schon lange.
Die kommunalen Verwaltungen stehen vor der Aufgabe, neue Strukturen der Zusammenarbeit zu entwickeln, um Projekte und Planwerke über die Stadtgrenzen hinaus zu denken. Die Wechselwirkungen zwischen den Handlungsfeldern Wohnen, Mobilität und Freizeit & Erholung verstärken sich und müssen integral und gemeinsam angegangen werden.

Kontext und Motivation

Wir ordnen die Bedeutung von Städten und Dörfern nach vordefinierten Maßstäben ein. Ihre Stärken und Qualitäten als Partizipationsmaschinen, wirtschaftliche Motoren und Katalysatoren kollektiver Identitäten müssen jedoch im größeren Kontext betrachtet werden: überlagert von und erweitert durch Regionen, Netzwerke und Kooperationen als neue Quadranten auf dem räumlich-ökonomischen Spielfeld.
Die Schlüsselparameter für die Entscheidung, wo und wie wir leben wollen, finden wir über verschiedenste räumliche und semantische Maßstäbe verteilt. Bei der Beurteilung der Lebensqualität in Rankings geht es z.B. um die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, den Zugang zu Bildung, Versorgungseinrichtungen und Kultur- und Freizeitangeboten sowie um Möglichkeiten der Teilhabe an der, mehr und mehr urbanisierten, Kultur- und Wissensgesellschaft.
Die größte Aufmerksamkeit bekommen hier meist Metropolräume. Sie werben mit ihren urbanen Ökonomien, Angebotsdichten und Qualitäten des Umlandes um Kapital und Menschen, wobei sie sich gegen internationale Konkurrenz behaupten müssen. Entscheidungsträger kleinerer Städte und Regionen ohne starke Kooperationsverbünde haben dagegen häufig Schwierigkeiten, „ihr Gebiet“ in diesem Wettbewerb klar zu positionieren und attraktiv zu präsentieren.
Um hier erfolgreich an Zukunft bauen zu können, benötigen wir vielschichtige Formen der Zusammenarbeit und hands-on Instrumente der Interessensverhandlung. Ein guter Ansatz ist die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunftsperspektive: Das Erarbeiten gemeinsamer Leitbilder und Ziele richtet den Blick auf Strategien, Instrumente und Bausteine für zukünftige Entwicklungen. Planungen werden nicht mehr sektoral formuliert und geprägt, sondern kooperativ und interdisziplinär angegangen.
 
Projektaufruf

Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen rief mit StadtUmland.NRW dazu auf, in neuen Kooperationen und Maßstäben zu denken:

  • Wie werden Verbünde aus Großstadt und Umland im europäischen Maßstab stabil wettbewerbsfähig?
  • Welche besondere Lebensqualität erzeugen sie im Alltag?
  • Wie lässt sich eine soziale und nachfragegerechte Wohnraumversorgung über Stadtgrenzen hinweg sicherstellen?
  • Wie lässt sich ein verträgliches Miteinander der Nutzungs- und Flächenansprüche im räumlichen Verbund organisieren?
  • Welche Anforderungen sind an die Mobilität im regionalen Umgriff zu stellen?

Während der Ausarbeitung der Ansprüche an das Zukunftskonzept und der Analyse der bereits bestehenden Kooperationsstrukturen wurden drei Handlungsfelder als Arbeitsschwerpunkte identifiziert: WOHNEN, MOBILITÄT und FREIZEIT & ERHOLUNG.
Darauf aufbauend wurden zehn „Herausforderungen & Chancen im Kooperationsraum“ formuliert, welche die intensive Spannung zwischen den Handlungsfeldern erkennen lassen:
1. Paradigmenwechsel in der Planung durch unerwarteten Bevölkerungszuwachs
2. Flächenknappheit und Nutzungskonkurrenzen
3. Innerregionale Ost-West-Disparitäten beim Wachstumsdruck
4. Klimaschutz und Energiewende
5. Überhitzung des Wohnungsmarktes / Soziale Verdrängungsmechanismen
6. Intensive Pendlerverflechtungen stärken die gemeinsame Identität, aber erhöhen das Verkehrsaufkommen
7. Überlastung der Infrastruktur durch Pendler- und Transitverkehre
8. Kapazitätsengpässe beim ÖPNV
9. Neue Mobilitätskonzepte in Planungskonzepte einarbeiten
10. Interkommunale Sicherung der wohnstandortnahen Erholungsraumqualitäten
 
Kooperationspartner

Der Prozess startete mit 16 Beteiligten und vergrößerte sich im weiteren Verlauf erfolgreich auf 19 Kooperationspartner:

Die Städte:
• Burscheid
• Erkrath
• Haan
• Heiligenhaus
• Hilden
• Hückeswagen
• Langenfeld
• Mettmann
• Monheim
• Ratingen
• Velbert
• Wermelskirchen
• Wülfrath

Die kreisfreien Städte: 
• Düsseldorf
• Leverkusen
• Remscheid
• Solingen
• Wuppertal

Sowie der:
• Kreis Mettmann

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